Das Wort Gottes lehrt, daß Glaube und Taufe zusammengehören. Der Herr selbst sagt dies deutlich:
Mark.16/15,16: 'Und er sprach zu ihnen: Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung! Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird errettet werden; wer aber ungläubig ist, wird verdammt werden.'
Wie ist es aber, wenn das 'ganze Haus' getauft wurde? Wurden dann auch Unmündige, also Säuglinge und Kinder mitgetauft? Im folgenden Text sind alle Bibelstellen des Neuen Testamentes aufgeführt, welche im Zusammenhang mit der Taufe bzw. dem Glauben eines 'ganzen Hauses' stehen.
Joh.4/53: 'Da erkannte der Vater,daß es in jener Stunde war, in der Jesus zu ihm sagte: Dein Sohn lebt. und er glaubte, er und sein ganzes Haus.'
Wir erkennen, daß mit dem 'ganzen Haus' hier die Gläubigen gemeint sind.
Apg.10/1,2: '...Kornelius ein Hauptmann von der sogenannten Italischen Schar, fromm und gottesfürchtig mit seinem ganzen Haus...'
'Fromm und gottesfürchtig' kann kein Säugling oder Unmündiger sein.
Wenn wir hier in der Apostelgeschichte weitergehen erfahren wir, daß der Heilige Geist auf die im Hause des Kornelius Versammelten fiel:
Apg.10/44: '...fiel der Heilige Geist auf alle, die das Wort hörten.'
Wer waren die Versammelten im Hause des Kornelius, die das Wort hörten?
Apg.10/24: '...Kornelius aber, der seine Verwandten und nächsten Freunde zusammengerufen hatte...'
Sicher, zu diesen Verwandten können auch Kleinkinder und Säuglinge gezählt haben, aber erinnern wir uns an Jesu Worte:
Mark.16/16: 'Wer gläubig geworden und getauft worden ist...'
Wir erinnern uns auch an
Apg.10/44: '...fiel der Heilige Geist auf alle, die das Wort hörten.'
Wir erfahren, daß diese sodann getauft wurden
Apg.10/48: 'Und er befahl, daß sie getauft würden im Namen Jesu Christi...'
Ohne Zweifel können wir davon ausgehen, daß diese, welche getauft wurden, auch gläubig geworden waren, da sie 'das Wort hörten', denn wir wissen aus:
Röm.10/17: 'Also ist der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch das Wort Christi.'
Petrus rechtfertigt seine Handlungsweise danach vor den 'jüdischen' Christen, indem er die ganze Begebenheit nochmals erläutert. Er sagt u.a., daß der Engel zu Kornelius sagte
Apg.11/14: 'Der wird Worte zu dir reden, durch die du errettet werden wirst, du und dein ganzes Haus.'
Ist es wirklich redlich, hier zu sagen, daß mit 'dein ganzes Haus' auch Säuglinge eingeschlossen sind, obwohl die Schrift sagt, daß die Menschen in diesem Haus nach Apg.10/44: '...das Wort hörten.', errettet waren nach Apg.11/14: '...Worte...durch die du errettet werden wirst ...und dein ganzes Haus.'
Der Errettung und der Taufe geht aber der Glaube voran nach Mark.16/16: 'Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird errettet werden;...'
Der Glaube, wie ihn die Schrift versteht, viel mehr ist, als nur das bloße Fürwahrhalten der Existenz Gottes.
Es sagt uns Hebr.11/1: 'Der Glaube aber ist eine Verwirklichung dessen, was man hofft, ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht.'
Desweiteren lesen wir in Apg.16/15: 'Als sie aber getauft worden war und ihr Haus, bat sie und sagte: Wenn ihr urteilt, daß ich an den Herrn gläubig sei, so kehrt in mein Haus ein und bleibt!...'
Dies ist die einzige Schriftstelle im Neuen Testament, wo nicht ausdrücklich gesagt wird, daß auch 'das ganze Haus' gläubig war, bevor es getauft wurde.
Natürlich könnte man, trotz des zuvor Gesagten, hier annehmen, daß auch Säuglinge und Kleinkinder dem Haus der Lydia angehörten und somit mitgetauft wurden, obwohl Lydia eine viel reisende Geschäftsfrau war. Dann aber muß man sich fragen lassen, weshalb man die eindeutigen Schriftstellen ignoriert? Ist es nicht unrichtig, eine Lehre (und das Taufen von Unmündigen und Säuglingen wird ja vielerorts gelehrt und praktiziert) mit nur einer nicht eindeutigen Schriftstelle zu begründen?
Ist es nicht vielmehr Grundsatz redlicher Schriftauslegung, die nicht eindeutigen Schriftstellen durch die eindeutigen auszulegen?
Wir erfahren noch an anderer Stelle etwas über das Haus der Lydia, nämlich in Apg.16/40: 'Als sie aber aus dem Gefängnis herausgegangen waren, gingen sie zu Lydia; und als sie die Brüder gesehen hatten ermahnten sie sie und zogen weg.'
Offenbar hatte sich seit der Taufe der Lydia und ihrem Hause dort eine Gemeinde gebildet. Lukas erwähnt hier nur Lydia und namentlich nicht bekannte Brüder.
Wir lesen in Apg.16/30-34: 'Und er führte sie heraus und sprach: Ihr Herren, was muß ich tun, daß ich errettet werde? Sie aber sprachen: Glaube an den Herrn Jesus, und du wirst errettet werden, du und dein Haus. Und sie redeten das Wort des Herrn zu ihm samt allen, die in seinem Hause waren...und er ließ sich taufen und alle die Seinen sogleich...und jubelte, an Gott gläubig geworden, mit seinem ganzen Haus.'
Auch in diesem wunderbaren Beispiel einer Bekehrung haben wir alle 'Komponenten':
Apg.18/8:
'Krispus aber, der Vorsteher der Synagoge, glaubte
an den Herrn mit seinem ganzen Haus; und viele Korinther, die hörten,
wurden gläubig und ließen sich taufen.'
Eindeutig auch hier wiederrum: Das ganze Haus glaubte, der Glaube kommt nach dem Hören des Wortes Gottes, danach die Taufe.
Lieber Leser, es geht mir in dieser Bibelbetrachtung nicht darum, meine Meinung durchzusetzen, sondern darum aufzuzeigen, was die Schrift über die Taufe im Neuen Testament lehrt.
Wenn Du selbst gerade vor der Entscheidung stehst, dein eigenes Kind taufen zu lassen, kommst Du vielleicht in die Versuchung zu sagen:
Bitte, prüfe zuvor die o.g. Aussagen der Schrift und entscheide nicht gegen dein Gewissen und denke daran, daß wir unsere Liebe zu Jesus Christus dadurch bezeugen, daß wir seine Gebote halten, da Jesus sagt
Joh.14/21: 'Wer
meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer aber
mich liebt, wird von meinem Vater geliebt werden; und ich werde ihn lieben
und mich selbst ihm offenbaren.'