Kinder - Sachen zum Wegwerfen?

Da die willkürliche Abtreibung in vielen Ländern legal geworden ist, muß man befürchten, daß die Zeit nicht mehr fern ist, in der man auch andere Arten des Tötens akzeptiert. Wenn Leben vor der Geburt zerstört werden darf, warum sollte man nicht auch am andern Ende manipulieren? Ohne die christliche Basis, die jedem Menschen eine spezifische Würde gibt, wird automatisch eine schreckliche Entwicklung einsetzen. Abtreibung-auf-Wunsch führt ganz natürlich zum Infantizid und dieser wiederum zur Euthanasie. Eine Gesellschaft, die sich das Recht nimmt, Kinder im Mutterleib zu töten, weil sie ungewollt oder einfach unbequem sind, wird auch alte Menschen, vor allem wenn sie körperlich oder geistig ,,untüchtig" geworden sind, als einengende Belastung für ihren Lebensstil empfinden.

Ein Arzt, der in England die ,,Todespille" propagierte, meinte, er könne verstehen, wenn der Staat auf Euthanasie bestünde, da es dabei ja auch um wirtschaftliche Faktoren gehe.

Die Frage nach der ,,Nützlichkeit" menschlichen Lebens ersetzte schon zu Hitlers Zeit die moralischen, ethischen und religiösen Werte. So beteiligte sich zum Beispiel die medizinische Wissenschaft des Nazi-Reiches am Massenmord an chronisch Kranken, um der Gesellschaft ,,unnütze" Ausgaben zu ersparen. Beseitigt wurden auch Menschen, die auf Grund ihrer Rasse oder Ideologie unerwünscht waren. Schließlich brauchte man ,,menschliches Versuchsmaterial" für die medizinisch-militärische Forschung. Dies alles war möglich, weil man die Idee akzeptierte, daß es Leben gibt, das nicht lebenswert ist. 1939 erteilte Hitler den ersten direkten Befehl zur Euthanasie, als er alle staatlichen Einrichtungen aufforderte, jene Patienten zu melden, die seit fünf oder mehr Jahren krank oder arbeitsunfähig waren. Fragebogen mußten ausgefüllt werden, in denen unter anderem beantwortet werden mußte, wer die finanziellen Lasten des Patienten trug. Die Entscheidung, welcher Kranke getötet werden sollte, wurde aufgrund dieser Kurzinformationen meistens von Professoren der Psychiatrie getroffen, welche die Patienten nie gesehen hatten.

Abtreibung ist so häufig geworden, daß Bevölkerungsexperten meinen, daß sie tatsächlich zu einer neuen Form der Geburtenkontrolle geworden ist. Aber Abtreibung sollte nicht mit Geburtenkontrolle verwechselt werden. Diese nämlich verhindert neues Leben von Anfang an -Abtreibung jedoch vernichtet das neue Leben, wenn es bereits begonnen hat.

Abtreibung ... eine einfache Alternative?

In unserer Komfortgesellschaft wird Abtreibung als, ,,schnelle und einfache" Methode dargestellt, um ein ärgerliches Problem loszuwerden. Wenn Frauen Rat suchen, verschweigen ihnen die meisten Beauftragten bei den staatlichen Beratungsstellen einfach die Wahrheit über das, was sie dem Kind und sich selbst antun wollen.

Zunächst einmal ist eine Abtreibung ein ziemlich großer chirurgischer Eingriff, der ernsthafte Komplikationen zur Folge haben kann.

Meistens wird nicht gesagt, daß mindestens doppelt so viele Frauen bei legalen Abtreibungen sterben, die während der ersten Monate (der ,,sichersten Zeit) durchgeführt werden, wie bei einer Geburt. Die Statistiken zeigen auch, daß eine Frau nach einer legalen Abtreibung mit einer erhöhten Gefahr von späteren Fehlgeburten, Sterilität und schweren, langwierigen emotionalen Störungen rechnen muß. Aber anstatt den Frauen dies alles zu sagen, werden ihre Ängste als töricht hingestellt, und die ganze Prozedur wird verharmlost. Man könnte meinen, es ginge nur darum, eine häßliche Warze von seinem Körper zu entfernen. ,,Jetzt bis du noch schwanger... dann bist du es nicht mehr! Du brauchst dich nur einen Tag ausruhen, dann fühlst du dich wieder prima!"

Dr. John Szenens (36 Jahre) meint dazu: ,,Am Anfang führten wir Abtreibungen nur an kleineren Föten durch, und das Stoßen und der Herzschlag waren nicht so ausgeprägt. Ich glaube, wenn ich gleich am Anfang mit 24 Wochen alten Föten zu tun gehabt hätte, wäre ich in einen viel stärkeren inneren Konflikt mit mir selbst geraten, ob dies Mord sei oder nicht Aber da wir mit 15-16 Wochen alten Föten anfingen, dachte man gar nicht erst über sie nach. Allmählich begannen wir auch Abtreibungen bei älteren Föten vorzunehmen. Ganz plötzlich bemerkte man, daß zum Zeitpunkt der Salzinjektion viel Bewegung im Uterus stattfand. Es waren keine Flüssigkeitsströme. Es war ganz offensichtlich der Fötus, der durch das Schlucken der Salzlösung in Bedrängnis geriet und sich heftig im Todeskampf wehrte. Man kann sich dieser Tatsache entweder stellen oder den Rücken kehren und sagen, es seien Uteruskontraktionen. Dies aber würde bewußte Selbsttäuschung bedeuten, denn als Arzt weiß man sehr genau, daß dies nicht stimmt. Ob man das nun gegenüber der Patientin zugibt, ist eine andere Frage. Ihre Notlage, hervorgerufen durch die ungewollte Schwangerschaft, ist meine Hauptsorge, wichtiger als sich möglicherweise um den Fötus zu kümmern. Um ehrlich zu sein, irgend jemand muß es tun. Und in diesem Fall sind leider wir die Henker."

Susan Lindstrom (27 Jahre) drückt es so aus; ,,Ich habe viele Probleme mit meinen Gefühlen wegen späten Abtreibungen - und all dem Schmerz, der da ist, so lange das Kind sich bewegt. Ich hatte das Bedürfnis, Klarheit zu bekommen, und eines Tages ging ich in den Raum, wo man Föten aufbewahrt, bevor sie verbrannt werden. Sie lagen nahe bei den Abfalltonnen in Pappeimern. Ich sah in einen Eimer, der gerade vor mir stand. Darin war eine kleine nackte Person, die in einer blutigen Flüssigkeit schwamm. Sie hatte lauter blaue Flecken, und ihr Gesicht hatte die schmerzverzerrte Gespanntheit von jemandem, den man gezwungen hatte, zu früh zu sterben. Ich nahm daraufhin die Deckel von allen Eimern ab und hob mit einer Zange jeden Fötus an einem Arm oder Bein heraus; beim Zurücklegen ließ ich noch einen zusätzlichen Flecken auf ihren säureverbrannten Körpern zurück. Schließlich hob ich einen sehr großen Fötus heraus und las das Etikett: "- Name der Mutter: Catherine Atkins; Name des Arztes: Sam Marcus; Geschlecht des Gegenstandes: männlich; Dauer der Schwangerschaft: 24 Wochen (6 Monate)." Ich erinnerte mich an Catherine Atkins. Sie war 17, ein sehr hübsches, blondes Mädchen. Das war also Herr Atkins - der morgen verbrannt werden sollte - um seiner Mutter willen.

Eine Verhärtung des Herzens

Es muß noch erwähnt werden, daß diese beiden Personen ihr Tun nicht unterließen, obwohl das, was sie getan hatten, sie so bedrückte. Warum? Die Bibel nennt es ein Brandmarken des Gewissens - eine Verhärtung des Herzens. Es geschieht immer dann, wenn man sich beständig weigert, auf die kleine innere Stimme zu hören, die immerzu sagt: ,,Etwas stimmt nicht." Wenn man weiterhin versucht, alles zu rationalisieren und man einfach abschaltet, dann wird man eines Tages aufwachen und - die Stimme des Gewissens wird weg sein. Die erste Reaktion wird vielleicht ein Seufzer der Erleichterung sein, aber man sollte stattdessen bittere Tränen weinen, weil ein Teil des Gewissens, ein Teil der Verständigung mit Gott gerade gestorben ist ..., und möglicherweise kommt sie nie mehr zurück!

Was sagt die Wissenschaft dazu?

Wann ist denn nun der Zeitpunkt an dem ein ungeborener Fötus ein ,,richtiger Mensch" wird? Wir haben von einigen späten Abtreibungen gesprochen, wo das Baby ganz offensichtlich lebte und strampelte. Aber was ist mit denen, die schon in den ersten drei Monaten durchgeführt werden? Es ist medizinisch nachgewiesen, daß das Herz des Babys schon zwischen dem 14. und 28. Tag nach der Zeugung zu schlagen beginnt (im allgemeinen bevor die Mutter überhaupt weiß, daß sie schwanger ist) und bis zum 30. Tag haben fast alle Organe schon angefangen, sich zu bilden. Nach 6 Wochen bewegt es seine Arme und Beine, und nach 43 Tagen können seine Gehirnströme abgelesen werden. Nach 8 Wochen hat das Baby seine eigenen Fingerabdrücke, es kann Wasser lassen, die Faust ballen, und es kann Schmerz empfinden. Die Wissenschaft sagt uns, wenn Samenzelle und Ei sich vereinigen, werden sie zu einer vollständigen genetischen Einheit, die darauf programmiert ist, sich zu einem erwachsenen Menschen zu entwickeln. Nichts wird mehr hinzugefügt außer Zeit und Ernährung. Jede Entwicklungsphase von der Befruchtung bis zum Alter ist nur ein Reifen dessen, was schon von Anbeginn vollständig vorhanden war.

Was sagt Gott dazu?

Diese winzigen menschlichen Einheiten des Lebens - sind sie Wesen, wirkliche Personen? Nun, Gott scheint das zu denken. ,,Und das Wort des Herrn geschah zu mir also: Ehe ich dich im Mutterleibe bildete, habe ich dich erkannt, und ehe du aus dem Mutterschoße hervorkamst, habe ich dich geheiligt: zum Propheten an die Nationen habe ich dich bestellt" (Er. 1,4.5). Gott kannte Jeremia, als er noch im Leib seiner Mutter war; Gott wählte ihn aus und bestimmte ihn dazu, ein Prophet zu sein. Wenn durch eine Abtreibung das Baby getötet worden wäre, dann wäre es Jeremia gewesen, der umgebracht worden wäre. Jeremias Mutter hätte seinen Namen nicht gewußt, aber Gott hatte ihm bereits einen Namen gegeben. Seine Mutter hätte nicht gewußt, daß er ein mächtiger Prophet Gottes hätte werden sollen; Gott hatte es so geplant und würde den Verlust empfunden haben.

Nur Gott hat das Recht, Leben zu geben oder zu nehmen (5. Mose 32,39). Nur er hat das Recht, den Mutterleib zu öffnen oder zu schließen. Aber der Mensch hat die Dinge in seine eigene Hand genommen. Mütter mit ihren selbstsüchtigen Entschuldigungen und Ärzte mit ihren scharfen Instrumenten spielen Gott! Ich ermahne diejenigen sehr, noch einmal darüber nachzudenken, denn es mißfällt Gott sehr. ,,Und den Unschuldigen... sollst du nicht töten, denn ich werde den Gesetzlosen nicht rechtfertigen" (2. Mose 23,7). Wir können Gottes Gesetze nicht brechen, ohne die Folgen davon zu tragen. Wir täuschen uns selbst, wenn wir glauben, daß er es nicht sieht ,,Die Augen des Herrn sind an jedem Orte, schauen aus auf Böse und auf Gute" (Spr. 15,3).

Wenn sich eine Mutter nicht befähigt fühlt, ein Kind großzuziehen, dann sollte sie auf jeden Fall, statt Leben zu töten, Leben schenken! Es gibt gute Vermittlungsstellen, die helfen, dem Baby liebevolle, dankbare Eltern zu geben. Ich weiß von christlichen Familien, die nur auf die Gelegenheit warten, ein Kind zu adoptieren. Somit ist keine Mutter gezwungen, ihr Baby zu ermorden. Sie kann stets Leben schenken - auch einer hoffnungsvollen Familie, die gerne ein Kind hätte.

Aus einem Heftchen gleichen Namens erschienen im Hännsler Verlag