Christ werden nach biblischem Vorbild
Jesus Christus hat etwa drei Jahre auf Erden gewirkt und vieles getan und
gelehrt. Wenn man heutzutage Menschen fragt, was sie für das Wichtigste
im Wirken Jesu halten, bekommt man sehr unterschiedliche Antworten. Aber
was hielt Er selbst für Seine wichtigste Botschaft an uns? Seine letzten
Anweisungen an Seine Sendboten (Apostel) zeigen, daß Ihm die Errettung
der Menschen aus ihrer Gottesferne die dringlichste Botschaft war. Folgende
Zitate aus dem Matthäus-, Markus- und Lukasevangelium fassen Seinen
eigenen Missionsauftrag zusammen:
»So steht es geschrieben, und so mußte der Christus leiden und
am dritten Tag auferstehen aus den Toten und in Seinem Namen Buße und
Vergebung der Sünden gepredigt werden allen Nationen, anfangend in
Jerusalem.«1
»Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen
Schöpfung. Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird errettet
werden; wer aber nicht gläubig geworden ist, wird verdammt
werden.«2
»Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Geht nun hin und
macht alle Nationen zu Jüngern, indem ihr diese tauft auf den Namen
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und sie lehrt, alles
zu bewahren, was ich euch geboten habe.«3
Wer Jesus nachfolgen will, muß also verstehen und glauben, daß Jesus »der Christus«, d.h. »der Gesalbte« ist. Zur Zeit des Alten Testaments wurden Priester, Könige und Propheten in ihren Dienst eingesetzt, indem Öl über ihrem Kopf ausgegossen wurde.4 Jesus ist »der Gesalbte« bzw. »der Christus«, weil Er im übertragenen Sinn mit dem Heiligen Geist und der Kraft Gottes gesalbt wurde, um Gottes Plan zur Errettung der Menschen auszuführen.5 Er sollte Sein vollkommenes Leben zur Sühne oder als Lösegeld für die Verfehlungen der Menschheit hingeben. Er wurde aber vom Tod auferweckt als Beweis, daß Er Macht über den Tod hat. Einmal wird Jesus alle Menschen vom Tod auferwecken und sie entweder abweisen oder in das ewige Leben hineinretten.6 Das »Evangelium Christi« ist also die gute Nachricht Gottes, daß Jesus, Sein Gesalbter, uns von Schuld und Tod befreien will, damit wir die himmlische Herrlichkeit mit Gott in Ewigkeit verbringen können.
Glauben heißt also, nicht nur Jesus als den Christus zu erkennen, sondern
auch der rettenden Wirkung Seines Todes und Seiner Auferstehung zu vertrauen.
Dazu muß unsere Buße kommen.7 Im Altgriechischen bedeutet
Buße Sinnesänderung oder Umdenken. Es geht um eine entscheidende
Umkehr oder Kurskorrektur im Leben, weg vom Eigenwillen und Ungehorsam gegen
Gott und hin zu Ihm und Seinem Willen durch Jesus. Echte Buße führt
zu einer Umstellung des Lebens. Sie umschließt u. a. neue Perspektiven,
Lebensziele, Moralvorstellungen, Aufgaben und Verhaltensweisen.
Im Missionsauftrag ist auch unübersehbar die Aufforderung zur Taufe
im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Mit der Taufe schenkt
Gott uns die Errettung und nimmt erneut eine Beziehung zu uns auf. Durch
die weitere Unterweisung in der Lehre Jesu und Seiner Apostel führt
sie zum Wachstum auf das ewige Ziel hin.
Geleitet vom Geist Gottes erfüllten die Apostel diesen Auftrag erstmalig
am nächsten jüdischen Pfingstfest in Jerusalem. Sie überzeugten
ihre Zuhörer, daß Jesus der Herr und Christus ist. Danach riefen
sie zur Buße und Taufe auf. Gott selbst fügte die Getauften zu
einer Einheit oder Gemeinde der Erretteten hinzu. Diese Getauften befolgten
weiter die Anweisungen Jesu, indem sie sich regelmäßig in der
Lehre der Apostel unterweisen ließen. Der Leser sollte diese Tatsachen
selbst im 2. Kapitel der Apostelgeschichte nachlesen. Hier hat Gott Seine
Gemeinde durch die Botschaft über den Tod und die Auferstehung Christi
ins Leben gerufen. Seitdem breitet sie sich in aller Welt aus.
Unsere Hinweise auf Glaubensverständnis und Vertrauen, Umkehr und Taufe
sollen das Christwerden keineswegs auf bestimmte äußere Schritte
reduzieren. Vielmehr geht es um Bestandteile einer echten Hinwendung zu Gott
und Seinem Sohn und die daraus entstehende Gemeinschaft. Paulus erklärt
in seinem Brief an die römischen Christen, wie Gott in der Taufe eines
Menschen wirkt, der an die Kreuzigung und Auferstehung Jesu glaubt und mit
seinem bisherigen eigenwilligen Leben Schluß machen will.8
Gott sieht einen solchen Menschen mit Tod und Begräbnis Christi geistlich
verbunden. Für den Täufling wirkt der Tod Christi stellvertretend
und spricht ihn frei vom Todesurteil aufgrund seiner Sünden. Deshalb
wird das bisherige Leben (genannt »der alte Mensch«) für tot
und mit Christus gekreuzigt erklärt. Wer aus der Taufe - einem Untertauchen
im Wasser - aufsteht, hat also ein neues Leben mit Christus. Aber er hat
auch eine neue Verantwortung, im Sinne Gottes zu leben.9 Die
Verbindung mit dem Tod Christi verspricht gleichzeitig Verbindung mit Seiner
Auferstehung. Wer Christus treu bleibt, wir einmal wie Christus aus dem Tod
auferweckt und in Ewigkeit verherrlicht.
Ein weiteres wichtiges Bild für die Bekehrung finden wir im Brief des
Paulus an die Galater.10 Hier lernen wir, daß der Glaube
in Verbindung mit der Taufe Menschen zu »Söhnen (oder Kindern)
Gottes« macht. Sie haben »Christus angezogen«, d.h. Seine
Rechtfertigung, Errettung und Seinen Willen wie ein Gewand angelegt. Dadurch
kommen sie in eine enge Beziehung zu Gott als Seine Söhne durch Seinen
Geist, der sie mit Ihm verbindet und ihnen hilft. Deshalb rufen Christen
Gott als »Abba Vater« an, als ihren persönlichen Vater. Gott
liebt, segnet und erzieht Seine Kinder.11 Wichtig ist auch das
Anrecht des Kindes auf ein Erbteil. Es besteht im ewigen Leben mit
Gott.12 Es lohnt sich wirklich als Kind Gottes
»erbberechtigt« zu sein.
Christ zu werden heißt also Bekehrung, Kehrtwendung. Wenn wir zu Gott
umkehren, wendet Er sich uns zu mit der Fülle Seiner Fürsorge und
Seines Segens. Christ zu werden ist keine Gefühlsduselei. Es geschieht
aus der festen Überzeugung und gründet sich auf Tatsachen nach
den Maßstäben Gottes, die konkret im Neuen Testament dargelegt
sind.
Leider gibt es heute viele, die sich zwar für Jesus engagieren, aber
mit ihren Traditionen Seinem Willen für die Bekehrung widersprechen.
Wir müssen uns die Frage stellen: Sind wir nach dem Willen Christi Christen
geworden? Es geht um Leben oder Tod - in Ewigkeit
Glenn Jones, Kiel
»Ihr seid alle durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus (als Gewand) angelegt. Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau, denn ihr alle seid "einer" in Christus Jesus ... . Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist Seines Sohnes in unser Herz, den Geist, der ruft: »Abba, Vater!« Galater 3,26-28.4,6